Einsatzkräfte üben unter realen Einsatzbedingungen

Übungsleiter und stellv. Wehrführer Dominik Liehr
Übungsleiter und stellv. Wehrführer Dominik Liehr

Am Samstag, den 24. September, waren für einen Teil unserer Atemschutzgeräteträger die jährlichen Einsatzübungen geplant. Durch einen morgendlichen Öl-Spur-Einsatz, durch etliche Straßenzüge der Kernstadt, verzögerten sich jedoch die Zeitpläne des Übungsleiters, sodass erst im Anschluss an den Einsatz mit den Übungen begonnen werden konnte. 

Jeder Atemschutzgeräteträger (AGT) muss innerhalb eines Jahres mehrere Kriterien erfüllen, um auch zukünftig als AGT im Einsatz tätig sein zu dürfen. Ein Kriterium ist u.a. eine Einsatzübung unter realen Bedingungen. Für 21 Einsatzkräfte stand somit am gestrigen Samstag dieser Punkt an.

 

Was sind eigentlich Atemschutzgeräteträger?

Atemschutzgeräteträger sind Einsatzkräfte die sowohl medizinisch als auch ausbildungsmäßig in der Lage sind, ein Atemschutzgerät zu tragen. Bei uns werden sog. Pressluftatmer verwendet. Diese umluftunabhängigen Geräte sollen im Einsatz verhindern, dass reizende oder giftige Stoffe in die Augen oder Atemwege und somit in den Blutkreislauf geraten. Zusätzlich ermöglichen diese das Vordringen, Arbeiten oder Retten aus Bereichen welche sonst nicht erreicht werden könnten. 

 

Übungsleiter und stellvertretender Wehrführer, Dominik Liehr, setzte für die Übungen auf drei Stationen.

Begonnen wurde mit dem Ausrüsten und Anziehen der Ausrüstung welche für Brandeinsätze benötigt wird. Dabei wurde bei den AGT’s insbesondere auf die korrekte Ausrüstung und das korrekte Anlegen der Ausrüstung geachtet. Eine sogenannte Flammschutzhaube muss zum Beispiel korrekt über die Vollmaske gezogen und korrekt in die Einsatzjacke eingesteckt werden, um auch den Hals bei Hitzeeinwirkung zu schützen.

Im Anschluss mussten die AGT‘s nach einer kurzen körperlichen Belastung über eine Leiter durch ein Fenster in das 1. Obergeschoss des Feuerwehrhauses steigen um dort eine vermisste Person zu suchen. Um die Sicht bei dieser Suche zu erschweren, bekamen die Übungsteilnehmer eine Mülltüte über den Kopf. 

Wichtiger Hinweis: Dies ist nur möglich, da die AGT‘s über das Atemschutzgerät mit Atemluft versorgt werden. Bitte zuhause nicht nachmachen, da dabei Erstickungsgefahr besteht!

 

Zusätzlich wurde in dem Übungsraum Sperrmüll positioniert um die Orientierung zusätzlich zu erschweren. Nach erfolgreichem Auffinden der vermissten Person (Übungspuppe) musste diese aus dem Gefahrenbereich gerettet und im Anschluss mit einem sog. Rettungsknoten gesichert werden. Schwerpunkte dieser Station waren das Vorgehen, Erkunden und Knoten bei wenig Sicht.

Für die letzte Station wurde ein Teil der Fahrzeughalle mit Planen abgehangen. Dies war nötig um diesen Bereich mit einer Nebelmaschine vernebeln zu können. Nach durchlaufen eines Hindernisparcours mit einem C-Schlauch, mussten die AGT‘s ein echtes Feuer entdecken und dieses unter Beachtung aller Regeln schnellstmöglich löschen. Diese Station sollte einen Innenangriff simulieren. Dabei lagen die Schwerpunkte auf dem Erkennen und Abwehren von Gefahren. Im Anschluss an diese Station war die Einsatzübung beendet. 

Grundsätzlich wurde bei den Übungen ein Schwerpunkt auf die Truppführerausbildung gelegt. Truppführer tragen im Einsatzfall die Verantwortung für den Truppmann und treffen Entscheidungen im Arbeitsbereich und kommunizieren mit dem Gruppenführer. 

Wir danken Dominik und allen Helfern für die Organisation der Übung und den Einsatzkräften für die Teilnahme daran.

Bei den jeweiligen Übungen haben die nach den Übungsdienstgruppen eingeteilten Trupps zeitlich gestaffelt die Übung absolviert, um Menschenansammlungen und Begegnungen zu vermeiden. Die ganze Übung wurde nach dem Hygienekonzept abgehalten.

 

Zierenberg, 26.09.2020